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Tag der Architektur 2018

25.06.2018  |  Wiesbadener Kurier


Das Dichterviertel erfreut sich mit dem neu gestalteten Mörike-Karree bereits seit vergangenem Jahr an einem weiteren architektonischen Blickfänger. Passend zum bundesweiten Tag der Architektur, der am Wochenende gefeiert wurde, waren interessierte Bürger nun eingeladen, sich den Gebäudekomplex etwas genauer vor Augen zu führen.

Den optischen Höhepunkt bilden dabei zweifelsohne die Glasstelen auf dem zentralen Platz der Anlage, die an den deutschen Dichter Eduard Mörike (1804-1875) erinnern. So hätten die dort niedergeschriebenen Fragmente aus Mörikes Werken „Septembermorgen“ oder „Er ist’s (Frühling lässt sein blaues Band)“ schon den ein oder anderen Mieter zum träumerischen Verweilen auf einer der nahen Sitzgelegenheiten bewegt, erzählt Diplom-Ingenieur Uwe Ricke-Alder vom Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft „GENO50“. Überhaupt sind einige ästhetische Merkmale auffällig, wie etwa die üppige Begrünung der beiden Innenhöfe, die trotz der Nähe zur Kernstadt durchaus eine ruhige, botanische Idylle erzeugt. Rund drei Jahre hatte es gedauert, das Bauvorhaben abzuschließen, im August vergangenen Jahres zogen die letzten Mieter ein.

In Kooperation mit dem Architekturbüro „Plan B“ aus Kastel verwirklichte man so zunächst den Rück-, später den Neubau des 60 Jahre alten Karrees – eine Modernisierung hatte sich als nicht lohnenswert erwiesen, zumal das Grundstück ohnehin bereits im Besitz der Genossenschaft gewesen war.

Im Zuge der Neustrukturierung des Geländes, das sich nunmehr über Teile der Fon- tane-, Wieland-, Rosegger- und Wilhelm-Hauff-Straße erstreckt, musste so die ehemalige Mörikestraße weichen, die sich zuvor in der Mitte der Anlage befunden hatte. Einer der Hauptgründe, das Karree nun nach dem Lyriker zu benennen, der zu seiner Zeit als bedeutendster Dichter nach Goethe gehandelt wurde. „Wir dachten gar daran, einen kleinen Wasserlauf in die Gestaltung des zentralen Platzes einzubauen, um das berühmte blaue Band zum Leben zu erwecken“, erklärt Ricke-Alder. „Doch einige Widrigkeiten, darunter das vorhandene Gefälle, hätten das Vorhaben zu aufwendig werden lassen.“ Das blaue Band findet sich nun aber immerhin im Logo des Mörike-Karrees wieder, das auch an den Wänden der beiden Tiefgaragen, die für insgesamt 126 Fahrzeuge Raum bieten, prangt.

Barrierefreiheit besonders wichtig

Die Wohnungen selbst bestehen je nach Schnitt aus einem bis vier Zimmern, insgesamt wurden sieben drei- bis viergeschossige Gebäude errichtet. Besonderen Wert legte man auf die Barrierefreiheit der Wohnungen, ebenso sind Balkone sowie Dachterrassen ohne Treppen erreichbar. Für die Gestaltung der Fassaden beauftragte man eigens einen Farbdesigner, die Häuser sind neben dem stets vorhandenen Weiß nun auch in einen je nach Gebäude variierenden individuellen Farbton getaucht.